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Als Nachfolger des bewährten Suunto Vytec ist der Vytec DS über Aqualung Händler in Deutschland erhältlich. Das Kürzel DS steht für Deep
Stop und ermöglicht es dem Benutzer anstatt des üblichen Sicherheitsstops in das Deep Stop Modus zu wechseln, was ihn dazu auffordert, in jeweils der Hälfte der
getauchten Tauchtiefe einen Sicherheitsstop zu absolvieren.
Die UnterWasserWelt – Autoren Andrea und Peter Schinck setzten den Suunto Vytec DS in
einem halbjährigen Langzeittest bei ihren bis zu drei täglichen Tauchgängen im Wakatobi Dive Resort in Indonesien ein. Zusätzlich zu den normalen Modi , Luft, Nitrox
und Tiefenmesser (für Tec Taucher) kann der Suunto Vytec DS bis zu drei verschiedene Nitroxmischungen während eines Tauchgangs berechnen. Der maximale Sauerstoffgehalt
kann im Gegensatz zum Vorgänger nun auf bis zu 99 % programmiert werden.
Um alle Ansprüche im beruflichen wie privaten Taucheinsatz zufrieden zu stellen,
bedarf es eines besonderen Tauchcomputers, den Andrea und Peter Schinck im Suunto Vytec DS ausmachten. Typisch für UnterWasserWelt, alles Testgeräte werden in realen
Einsätzen erprobt, bei einigen Geräten nimmt man sich auch die Zeit langfristig Erfahrungen zu sammeln, die unseren Lesern ein anschauliches Bild von den daraus
gewonnen Testergebnissen zeichnen.
Farblich unterscheidet sich der Suunto Vytec DS vom Vorgänger durch sein komplett schwarz gehaltenes Äußeres. Hat man
sich erst einmal durch die aus Warnhinweisen bestehenden ersten Seiten der Bedienungsanleitung gelesen, erläutern zahlreiche Abbildungen und Erklärungen gut
verständlich geschrieben und logisch aufgebaut die Funktionen. Ein klein wenig irritierend ist die Tatsache, dass die Bedienungsanleitung auf Deutsch, die Menüführung
und Anzeigen des Suunto DS jedoch nur in Englisch ausgeführt sind. Nach dem Einschalten (durch drücken der MODE - Taste oder durch Wasserkontakt) durchläuft der
Vytec DS einen Selbsttest und zeigt an, welche Batteriereserven noch zur Verfügung stehen. Die Batterie des Computers als auch des Senders können selbst gewechselt
werden. Geschieht dies genau nach Anleitung bleiben alle Daten der Tauchistorie und persönliche Anpassung erhalten. Sämtliche Daten zu Reststickstoff/ Flugverbot
gehen allerdings verloren. Mit dem Batteriewechsel sollte deshalb möglichst abgewartet werden bis die Entsättigungszeit abgelaufen ist. Die Anzeigen sind
ausreichend groß und auch mit Displaykratzschutz klar ablesbar. Das Armband könnte allerdings bei fülligeren Menschen und der Verwendung von Trockentauchanzügen
etwas knapp bemessen sein. Die Bedienknöpfe lassen sich auch mit dicken Handschuhen noch gut bedienen. Sehr praktisch erwiesen sich die beiden
Simulationsmodi. Im Simulationsmodus (SIMDIVE) lassen sich Tauchgänge exakt mit den eingestellten Parametern (Luftmodus, Nitroxmodus, mehre Gemische) simulieren.
Im Tauchgangsplanungs - Simulator (SIMPLAN) lassen sich Oberflächenpausen hinzufügen um Wiederholungstauchgänge simulieren zu können. Zwei sehr praktische
Modi für Ausbildung / Demonstration oder einfach aus Spaß um den Computer besser kennen zu lernen.
Deep Stop
Umfangreichen Testszenarien von DAN
(Divers Alert Network) ermittelt haben ergeben, dass ein Deep Stop in Kombination mit einem herkömmlichen Sicherheitsstop zu einer erheblichen Redzierung von
Mikroblässchen gegenüber herkömmlichen Aufstiegs- und Entsättigungsmodellen führt. Das moderne Suunto RGBM ( Reduzierte Gasblasenbildung, Reduced Gradients Bubble
Modell) unterscheidet sich vom herkömmlichen Haldane Modell im Kern dadurch, dass auch freie Gasblasen im Blut berücksichtigt werden. Dadurch kann ein wesentlich
breiteres Spektrum an Tauchgangprofilen abgedeckt werden. Zusätzliche Faktoren wie etwa kaltes Wasser, Übergewicht und andere können zu einem erhöhten
Dekompressionsrisiko führen, deshalb lässt sich das Suunto RGBM Modell, je nach Bedürfnis, sowohl auf konservativere als auch weniger konservatives
Rechenmodelle anpassen. So erlaubt das auf 100 % eingestellte RGBM Rechenmodell (Standarteinstellung) des Vytec DS sowohl zwei noch zurückhaltendere
Rechenmodelle, als auch in ein progressiveres (RGMB 50 %) auszuwählen. Wird diese Funktion aktiviert, blinkt ständig ein Warndreieck im Display, das den Taucher
daran erinnert, dass der Computer auf persönliche Entsättigungsfaktoren eingestellt wurde.
Anzeige
Ab einer Tauchtiefe von mehr als 1,2 m beginnt
der Vytec DS automatisch mit der Aufzeichnung der Tauchgangsdaten. Selbstverständlich wird in allen Modi die aktuelle Tiefe, max. Tiefe, Tauchzeit, Flaschendruck
und verbleibende Restluftzeit (nur mit Sender) und Aufstiegsgeschwindigkeit angezeigt. Im Pressluft und Nitroxmodus sind zusätzlich die verbleibende Restnullzeit
numerisch und grafisch sowie die Sauerstoffbelastung (Nitroxmodus) abzulesen. Bei Betätigen des TIME Kontakts wird während des Tauchgangs auch die Uhrzeit, Temperatur,
verbrauchte Nullzeit und die größte erreichte Tiefe angezeigt. Mit Betätigung des PLAN Kontakts kann jederzeit ein Lesezeichen gesetzt werden um wichtige Ereignisse
bei der anschließenden PC - Auswertung mit dem Suunto Dive Manager (optional erhältlich) auszuwerten. Der Tauchcomputer schaltet nach dem Auftauchen automatisch in
den Oberflächenmodus, jetzt werden die Gesamttauchzeit und die größte erreichte Tiefe sowie ein Flugzeugsymbol (Flugverbot) und ein blinkendes Warndreieck angezeigt,
im Nitroxmodus zusätzlich das eingestellte Gemisch und die Sauerstoffsättigung. Die Oberflächenpause sollte so lang zu sein, bis das „Warn“-Dreieck erloschen
ist. Fünf Minuten nach dem Tauchgang schaltet der Vytec DS automatisch in den Stand by Modus (Datum und Uhrzeit werden angezeigt) , nach weiteren zwei Stunden
erlischt die Anzeige komplett. Der Benutzer muss (in den Warnhinweisen wird ausdrücklich darauf hingewiesen) den Computer einschalten um sich über gegebenenfalls
bestehende Flugverbotszeiten zu informieren.
Drahtlose Übertragung des Flaschendrucks
Als luftintegrierter Tauchcomputer kann der Vytec DS sowohl
mit oder ohne Sender an der ersten Stufe betrieben werden. Eine Verwendung ohne Sender beraubt ihn jedoch einiger nützlicher Funktionen wie der verbleibenden
Restluftzeit und natürlich der Flaschendruckanzeige Dies Restluftanzeige schließt eine Reserve von 35 bar in der Berechnung mit ein. Vor der ersten Einsatz mit
Sender müssen beide Geräte gepaart, das heißt auf eine Frequenz gemeinsame Frequenz abgestimmt werden. Sollte ein Mittaucher zufällig die gleiche Frequenz nutzen so
kann einfach durch Druckentlastung und erneutes Öffnen des Flaschenventils eine andere Frequenz gewählt werden. Die Übertragung der Flaschendruckdaten findet in
Intervallen von einer Sekunde statt. Um einer zu optimistischen Hochrechnung der verbleibenden Restluftzeit vorzubeugen wird bei einer Erhöhung des Luftverbrauchs
blitzschnell umgerechnet, bei einer Reduzierung des Atemgasverbauchs findet dies jedoch langsamer statt. Eine optische und akustische Warnung informiert den Taucher
bei Erreichen der 50 bar Marke, eine weitere bei erreichen von 35 bar. Achtung der Sender darf nur bis zu einem Sauerstoffgehalt von 40 % verwendet werden.
Sicherheitsstop
Der Benutzer hat die Auswahl zwischen herkömmlichen Sicherheitsstops und dem Deep Stop Rechenmodell. Beim herkömmlichen Sicherheitsstop
wird zwischen empfohlenem und verbindlichen Sicherheitsstop unterschieden. Beide finden in einer Tiefe zwischen 3 und 6 m statt, Während der empfohlenen
Sicherheitsstop am Ende jedes Tauchgangs angezeigt wird (3 Min) erscheint der verbindliche nur bei einer Überschreitung der Aufstiegsgeschwindigkeit während des
Tauchgangs. Je nach Tauchtiefe und Aufenthalt in der Tiefe berechnet sich die Zeitdauer, die der Taucher zwischen 3 und 6 m verbringen muss um die Mikroblasen
abzubauen. Allerdings, wird ein empfohlener Sicherheitsstop ignoriert, hat das im Gegensatz zum verbindlichen Sicherheitsstop keinerlei Auswirkungen auf die
folgenden Tauchgänge. Beim Deep Stopp wird auf halbem Weg nach oben ein Sicherheitsstop angezeigt, dessen Dauer auf bis zu zwei Minuten eingestellt werden kann.
Dekompressionsstufen / Zeiten sowie verbindlich notwendige Sicherheitsstops werden im Gegensatz zu den empfohlenen Sicherheitsstops detailliert visualisiert. In
Sekundenschritten wird die Dauer rückwärts zählend im mittleren Displayfenster angezeigt.
Dekompressionstauchgänge mit dem Vytec DS
Die Anzeige
der verbleibenden Nullzeit wird nun durch ein ASC TIME ( Acent Time = Aufstiegszeit) ersetzt. Diese beinhaltet nicht nur die zu absolvierenden Dekompressionsstufen in
der geringst möglichen Tiefe und Zeit sondern auch einen durchzuführenden verbindlichen Sicherheitsstop PLUS, den empfohlenen Sicherheitsstop und die Zeit die bis zum
Erreichen der Oberfläche. Die Tiefe der notwendigen Dekompressionsstops wird mit Ober und Untergrenze angezeigt. (Bereich 1,8 m) Werden die
Dekompressionsstops tiefer durchgeführt, verlängert sich die ASC TIME. Zahlreiche optische und akustische Warnhinweise dienen zur Erinnerung, sollte sich der
Taucher nicht in der vom Vytec DS errechneten Dekompressionszone befinden.
Tiefenmesser Modus
Zum Tauchen mit technischen Gasgemischen wie TRIMIX
kann der Suunto Vytec DS im Tiefenmesser Modus (Gauge) betrieben werden. Während des Tauchgangs wird sowohl die Gesamttauchzeit unten rechts im Display angezeigt als
auch Tauchzeit in Minuten und Sekunden im mittleren Anzeigefenster. Diese Tauchzeitstoppuhr im mittleren Anzeigefenster kann während des Tauchgangs jederzeit
zurückgesetzt und neu gestartet werden. Nach Nutzung im Tiefenmesser- (Gauge) Modus beträgt die Flugverbotszeit grundsätzlich 48 Stunden.
Pressluft Modus
Zusätzlich zu den oben genannten Anzeigen wird im mittleren Anzeigedisplay die verbleibende Restluftzeit (Air Time) neben der
verbleibenden Restnullzeit numerisch angezeigt, ergänzt durch eine grafische Anzeige der Restnullzeit als Balkendiagramm.
Nitrox Modus
Sofort nach dem Einschalten wird der Benutzer daran erinnert auf, welches Sauerstoffgemisch sein Computer programmiert ist. Dies erspart lästiges „blättern“
im Menü wie bei anderen Tauchcomputern. Standarteinstellung ist 21 % Sauerstoff und auf diese Einstellung wird der Vytec DS automatisch zurückgesetzt, falls der
Tauchcomputer länger als ca. 2 Stunden nicht benützt wurde und die Verwendung weiterer Gemische (MIX 2 und 3) deaktiviert sind. Der Sauerstoffanteil kann für alle
drei Gemische zwischen 21 und 99 %, der Sauerstoff Partialdruck für jedes Nitroxgemisch von 0,5 auf 1,6 bar eingestellt werden. Während des Tauchgangs werden
neben den bereits genannten Anzeigen die verbleibende Nullzeit und das verwendete Gemisch im mittleren Displayfenster angezeigt. Fällt die verbleibende Restluftzeit
jedoch auf 30 Minuten oder weniger, wird die Zahl des verwendeten Gemisches durch die verbleibenden Minuten (Air Time) ersetzt) Die errechnete Sauerstoffsättigung
wird als Balkendiagramm grafisch angezeigt. Verbleibende Nullzeit wird numerisch angezeigt, auf Tastendruck grafisch als Balkendiagramm. Der Vytec DS lässt sich auf
keinen anderen Modus (Tiefenmesser, Luft, Nitrox) umschalten, solange die Flugverbotszeit nicht abgelaufen ist. Ausnahme - es kann von Luft nach Nitrox gewechselt
werden. Werden Tauchgänge wechselweise mit Luft und Nitrox durchgeführt, muss der Sauerstoffgehalt im Nitroxmodus auf Luft eingestellt werden.
Verwendung mit mehreren Gemischen
Die Entscheidung für einen Vytec DS liegt nicht nur in dem bewährten Rechenmodell und den vielfältigen Anpassungsvarianten
sondern auch an der Möglichkeit mit bis zu drei Gemischen gleichzeitig zu tauchen. An den wunderschön bewachsenen Steilriffen des Wakatobi Dive Resorts in
Indonesien lässt sich wunderbar auch einmal der eine oder andere Tieftauchgang absolvieren um neues zu entdecken. Die zu programmierenden Gemische können im
Nitroxmodus aufsteigend eingegeben werden, d. h das erste Gemisch (MIX 1) um in die Tiefe zu gehen z.B. Nitrox 21, das 2 Gemisch (MIX 2) dann Nitrox 40 um
auf 25 m umzuschalten und zum dekomprimieren auf 4 m reinen Sauerstoff (Mix 3 100 %). Der Computer denk mit und so kann man nicht auf eine andere Atemluftmischung
umschalten, wenn man sich in einer Tiefe aufhält, die von den vorgegebenen Parametern abweicht (je nach verwendeter Nitroxmischung und eingestellter max.
Sauerstoffpartialdruck). Durch drücken der Kontakte wird zwar das nächste Mix angezeigt, es kann aber nicht ausgewählt werden (Anzeige „select“ erscheint nicht)
Als Hilfe während des Aufstieges zeigt der Vytec DS an, wenn aufgrund des eingestellten Sauerstoffpartialdrucks auf das nächste Gemisch umgeschaltet werden kann.
Leider lässt sich der Vytec DS nur mit einem Sender verwenden, damit stehen Flaschendruck und verbleibende Restluftzeit nach dem Umschalten auf andere Gemische
zwar noch auf dem Display, beziehen sich aber auf den nicht mehr verwendeten Tank. Zur Kontrolle muss hier auf herkömmliche Finimeter zurückgegriffen werden.
Fazit
Wir absolvierten in mehr als drei Monaten mit einem Vytec DS 215 Tauchgängen mit 247 Stunden unter Wasser. Aufgrund der guten
Ablesbarkeit und den vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten möchte man ihn nicht mehr missen. Ob als Luftcomputer, im normalen Nitroxmodus oder bei der Verwendung mit
mehreren Gemischen hat sich der Suunto Vytec DS als zuverlässiger Begleiter erwiesen. Wenn er auch noch die Verwendung mehrere Sender erlauben würde und wie sein
„kleiner Bruder“ Suunto D9 einen digitalen Kompass spendiert bekäme, wäre es das Instrument schlechthin.
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