|
Klein und doch richtig erwachsen - so stellt sich der neue Tauchcomputer der Firma Seemann Sub vor. Gerade einmal 69 Gramm bringt
der XP EINS Armband - Computer auf die Waage und mit einem Durchmesser von 4,8 cm stand zweifellos Alltagstauglichkeit im Fokus der Entwickler. Dem wachsendes
Interesse an Armband – Rechnern kommt der XP EINS deshalb mit großen Schritten entgegen.
Der erste Eindruck täuscht. Das zurückhaltende Design
erinnert zunächst an Uhrentrends der 80er, in denen es angesagt war, markig schwarze Uhren mit Digitalanzeige zum Abendkleid zu tragen. Man muss sich schon ein
wenig näher mit dem XP EINS befassen, um festzustellen, dass im Uhrenformat ein kompletter, nitroxfähiger Tauchcomputer geboten wird. Taucheruhren fallen oft unter
die Kategorie „Statussymbol“, manche Modelle im hochpreisigen Bereich bieten sogar diverse Tauchcomputer – Funktionen, allerdings mit winzigen Anzeigen und
eher als Backup geeignet, denn als primär einzusetzendes Gerät. Der XP EINS geht bezüglich der Tauchtauglichkeit keine Kompromisse ein und kann so an erster Stelle zum
Einsatz kommen. Den Uhrenmodus gibt es in zwei Anzeigeebenen organisiert, wobei die erste Ebene Wochentag, Datum Uhrzeit und Sekunden darstellt, gegebenenfalls
auch Symbole für eine vorgewählte Nitroxeinstellung und die Höhenlage, die automatisch alle 10 Minuten ermittelt und ab 900 Meter als Bergsee interpretiert wird.
Befindet sich der XP EINS im Betriebszustand nach einem Tauchgang, symbolisieren Balkendiagramme die Stickstoffsättigung, gegebenenfalls den Sauerstoff –
Partialdruck bei Nitroxtauchgängen, dazu wird ein Flugverbot mittig angezeigt. Die zweite Ebene im Uhrenmodus ist einer abweichenden Zeitzone zuordenbar, nach dem
Tauchgang erscheinen hier die Werte der Restsättigungszeit und des Oberflächenintervalls. Die auf den ersten Blick wichtigsten Informationen sind besonders groß auf
dem Flüssigkristall-Display dargestellt.. Der Tauchmodus wird deutlich als Dive im Display benannt, so dass auch visuell der automatische Wechsel von der
Uhrenfunktion in den Tauchcomputer deutlich gemacht wird. Der Tauchmodus wird automatisch durch Wasserkontakt aufgerufen. Die Sättigungsberechnung erfolgt unter
Einbeziehung von 9 Geweben nach bewährten Bühlmann – Algorithmen. Akustische Alarme sind individuell zu setzen. Vier Drucktasten dienen der Kommunikation,
darüber füttert man den XP EINS mit Grunddaten wie Zeit und Datum, ruft gesuchte Inhalte ab, stellt man die Nitroxparameter ein, blättert man im Logbuch, plant man
einen Tauchgang oder aktiviert man für 3 Sekunden die Displaybeleuchtung. Das kratzfeste Mineralglas über dem LC-Display lässt den XP EINS auch nach vielen
Tauchgängen noch wie neu aussehen.
Praxis
Auf der nackten Haut oder über einem Nasstauchanzug getragen, reicht die Länge des XP EINS Armbands
ohne Einschränkung. Enger wird’s bei einem Trockentauchanzug, dann wäre eine Armbandverlängerung vorteilhaft, eine solche haben wir aber im Angebot von Seemann
noch nicht ausgemacht. Aktiviert durch den Wasserkontakt erscheinen die auf dem Display erfreulich organisierten Anzeigen klar und deutlich. Man ist erstaunt, wie
gut auf der kleinen Monitorfläche mit der Informationsverteilung gewirtschaftet wurde. Die Mechanik der kleinen Drucktasten lässt sich auch mit Trockenhandschuhen
geradlinig bedienen, das Einschalten der Displaybeleuchtung oder der Wechsel der Anzeigenebene bereitet keine Probleme. Das Verständnis für die angezeigten
Daten erschließt sich im Grunde intuitiv, die Navigation durch den XP EINS mit den 4 Tasten erfordert zunächst Rückhalt von der Bedienungsanleitung. Die
Möglichkeit, die Batterie selbst zu wechseln, sehen wir als Option, auch die Anleitung rät im Grunde, dies einen Fachmann erledigen zu lassen. Nicht, dass der Vorgang
schwierig wäre, man muss aber an diesem kleinen Rechner denn doch sehr genau vorgehen, was in geeigneter Umgebung und in aller Ruhe erfolgen muss.
Fazit:
Der Seemann Sub XP EINS ist ein moderner, nitroxfähiger Tauchcomputer und zugleich eine alltagstaugliche Sportuhr. Unterschiedliche Farbabstimmungen,
zurzeit schwarz sowie perlmutt / blau, weitere folgen, lassen die Wahl. Und wenn man es ihm auch nicht ansieht, er ist vom extremen Kaltwasser bis zu den Tropen in
seinem Element. Zum Schluss: Der Preis ist wirklich heiß.
|