|
Die Vorstellung des Atemreglers A700 aus dem Hause Scubapro wurde auf der boot 2009 wahrlich zelebriert. Die geladenen Journalisten erlebten eine regelrechte
Enthüllung und mit gewisser Ehrfurcht ging das Demomuster von Hand zu Hand. Robert Stoss charakterisierte die chromblinkende Atemtechnik so: „Ich glaube, das ist der
tollste Atemregler, den es bis jetzt auf dem Weltmarkt zu kaufen gab.“ UnterWasserWelt nahm in mit in Grenzbereiche, in denen sich der A700 so richtig wohl
fühlen sollte.
Erleben wir gerade ein Comeback? Scubapro hatte es in den letzten Jahren nicht gerade leicht, Marktanteile zu halten oder gar an die
Position vergangener Zeiten heranzurücken. Nach der Übernahme der Verantwortung für Scubapro in Europa durch Robert und Ella Stoss, hatten sich bereits im
Kommunikativen- und Servicebereich positive Veränderungen ergeben, allein die zündenden neuen Produkte des US - Labels ließen noch auf sich warten. Der A700 krönt
nun eine Atemtechnik – Produktpalette, die in der Vergangenheit das Image des Unternehmens begründete. So liegt es nahe, dass der Look des A700 retrofähig
sich an Modelle wie dem MK II, dem Tauchschulklassiker, dem MK V für gehobene Ansprüche auch im Kaltwasser sowie dem einstigen Highlight MK X für höchste Anforderungen
anlehnt. Fein polierter, spiegelnder Chrome macht aus der zweiten Stufe, um die es sich in unserer Betrachtung im Kern handelt, einen unverwechselbaren Hingucker. Das
geschwungene S, das aus der großflächigen Membranabdeckung der Luftdusche heraus leuchtet wie ein Mercedesstern, macht unmissverständlich klar, aus welchem Stall der
Regler stammt. Rund und kantig im Design, der Wiedererkennungswert selbst in trüben Tauchgründen ist groß und so dürfte sich die mit dem A700 einhergehende
Marketingstrategie erfüllen. Aber nicht als Atemtechnik für Jedermann, denn der Preis von etwa € 560,- (€ 650,- mit 1. Stufe MK 25) spaltet die
Interessenten in Begehrlichkeit und Solvenz. Die zweite Stufe, die schließlich den A700 darstellt, wird mit zwei bekannten und bewährten ersten Stufen angeboten, im
angepassten Chrome – Hochglanzfinish, der kolbengesteuerten SK 25 und der membrangesteuerten SK 17. Die Vorteile einer membrangesteuerten Stufe beim Einsatz in
kaltem Wasser und bei hoher Schwebstoffdichte, beide Kriterien erfüllt das Testgewässer von UnterWasserWelt, gab der SK 17 beim Testmuster den Vorzug. Etwas geringere
Luftlieferleistung gegenüber der kolbengesteuerten Stufe konnte vernachlässigt werden, da sich dies messtechnisch erst in größeren Tiefen darstellen würde. Gerne
verweist man auf die penible Fertigungsphilosophie, die den A700 in etwa 200 Arbeitsschritten mit im Grunde handgefertigten Einzelteilen zum verwendungsfähigen Produkt
macht - durchaus ein Alleinstellungsmerkmal. Dieses Verfahren dürfte ausschließen, dass in kurzer Zeit große Stückzahlen im Markt anlanden werden, Hauptsache ist und
bleibt wohl, dass dieser Regler übergreifend die Aufmerksamkeit von Usern, die das Besondere lieben oder extreme Tauchgänge absolvieren, auf sich zieht, auch zum
Nutzen der ganzen Scubapro Palette. Es ist anzunehmen, dass der A700 auch der einzige Regler ist, dem bei Auslieferung ein Poliertüchlein mitgegeben wird, damit das
Glanzstück seinen Glanz auch behält. Die 30-jährige Garantie unterstreicht das Vertrauen des Unternehmens in die Erfüllung der in den Regler gesetzten
Erwartungen.
Technik
Auf Abbildungen wirkt die zweite Stufe A700 massig, erst wenn man ihn selbst in der Hand hält, versteht man die wahre
Dimension, kompakt und mit 224 g fast unerwartet leicht, obwohl aus Metall gefertigt. Viel Entwicklungsarbeit steckt im erreichten Ziel, die zweite Stufe klein und
dennoch mit außergewöhnlichen Atemwerten zu fertigen. Nur 0,49 J/Liter Atemarbeit ist zweifelsohne ein besonders niedriger Wert, aktuell am Markt einmalig. Mit einem
balancierten, luftdurchströmten Ventil und einem ausgefeilten Design der Ausatemmembran sowie des Blasenabweisers gelingt im Abschluss ein Kunststück, das ein Gefühl
vermitteln soll, als würde man an der Oberfläche Luft holen. Optimiert wurde ferner die Mechanik zur Schaltung von Minimal- auf Maximal (verhindert das Abblasen bei
Verwendung des A700 als Oktopus) sowie zur Abstimmung des Venturieffekts, der das Gefühl des Atemwiderstands individuell abzustimmen erlaubt.
Anatomisch geformt ist das Mundstück. Ein kräftigerer Superflow-Schlauch mit Kevlar - Innenbeschichtung für besondere Lebensdauer und störungsfreie Luftlieferung
verbindet den A700 mit der ersten Stufe.
Praxis
Die Erwartungshaltung ist nach all den Superlativen im Vorfeld groß, kann der subjektive Eindruck die Vorschusslorbeeren bestätigen? Die
Rahmenbedingungen sind jedenfalls bei 6° C Wassertemperatur angemessen. Das Atemgefühl ist tatsächlich beeindruckend und es ist in allen Körperlagen keinerlei
Veränderung in der Qualität der Luftlieferleistung festzustellen. Von Tiefe bleibt die Technik des A700 unbeeindruckt und im Spurttest mit den Seawing Nova Flossen und
damit erhöhtem Atemminuten – Volumen, stellt die Technik spielerisch die angeforderte Luft zur Verfügung. Das Gesichtsfeld bleibt frei von Abluftblasen. Einzig
das Mundstück könnte für Taucherinnen in einer etwas kleineren Dimension angeboten werden, hier gab es im Verlauf eines 80- minütigem Tauchgangs Druckempfinden im
Bereich der Unterlippe.
Fazit
Die praktische Erprobung des A700 im Zusammenspiel mit der membrangesteuerten ersten Stufe SK 17 bestätigte
tatsächlich das hohe Niveau dieses Reglers. Scubapro meldet sich zurück in der innovativen Oberliga. Es gibt teurere Atemregler am Markt, aber mit weniger
Ausstrahlung. Eine klare Zielgruppe kann man dem A700 nicht zuordnen. Dessen Stärken machen sich bei jedem Einsatz bemerkbar, besonders profitieren können davon unter
anderem Tech – Taucher.
|