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Wer schon einmal in der Anzugfertigung von BARE auf Malta zu Gast war, der weiß, welche Dimension dieses Unternehmen hat. Als Hersteller,
das sich ausschließlich auf die Produktion von Tauchanzügen konzentriert, hat BARE eine lange Tradition in der Entwicklung von langlebigen Erzeugnissen. Gerade auch
die Sparte der Trockentauchanzüge profitiert davon, mit lebenslanger Garantie auf Nähte, Klebestellen und das Anzugmaterial, immerhin 10 Jahre sind es Reißverschlüsse,
Ventile und Manschetten.
Neopren oder Trilaminat, eine alte Frage, die die Trockentauchszene beherrscht. Für BARE gibt es kein „oder“, dort gibt es
ein „und“, denn beide Materialvarianten werden in Highendprodukten angeboten. Folgte man bei BARE nicht auch dem allgemeinen Trend von außerirdischen
Abkürzungen, die ein Produkt benennen, täten wir uns wahrlich leichter, so sprechen wir aber von einem „TRILAM HD TECH DRY“ und einem „XCD-2 TECH DRY“, was
genauso gut auf dem Tank eines japanischen Motorrads oder einer abgefahrenen Küchenmaschine stehen könnte. Bleiben sie dran, liebe Leser, es geht tatsächlich um die
neusten Trockentauchanzüge aus Malta, einmal aus Trilaminat geschneidert, einmal aus vorverdichtetem Neopren. Wir können beide Anzüge in einem redaktionellen Beitrag
vorstellen, da im Grund „nur“ das Material den Unterschied markiert. Allerdings gibt es den Neoprentrocki XCD-2 TECH DRY nicht in Damengrößen. Wenn sich beide
Anzüge in freundlichem Schwarz und konsequent ohne einem das Auge schmeichelnden Farbtupfer präsentieren, an passive Sicherheit hat man bei BARE dennoch gedacht. Am
rechten Oberarm und nahe des linken Handgelenks sind Reflexflächen aufgebracht, die Licht und Radarwellen reflektieren. Das Anziehen des Trockis geschieht im
Einfrau- oder Einmannbetrieb. Dank der diagonalen Frontreißverschlüsse braucht hier kein Partner zur Hand gehen. Die gasdichten Metallreißverschlüsse sind durch einen
darüber liegenden Kunststoffzipper geschützt. Dank des telekopartigen Längenschnitts der Anzüge ist das Überziehen der Schulterpartie mit der Halsmanschette kein
unangenehmer Akt, wenn die Größe des Trockis der Taucherin, dem Taucher angemessen ist. Hier hat BARE nicht nur eine große Auswahl an vorgefertigten Größen, auch die
Schnittführung bedient geradlinig Kundschaft aus Mitteleuropa und Nordamerika. Der Traumtrocki wird auf jeden Fall mit einem individuell passenden Stiefel aus 4 mm
Crush – Neopren, mit kräftig profilierter Laufsohle, an den Kunden ausgeliefert. Vorinstallierte Hosenträgergurte halten den Anzug, besonders in Tauchpausen
ein willkommenes Feature, hat man nur die obere Hälfte abgestreift. Die Frage der Manschetten kann hier und da durchaus kontrovers diskutiert werden. BARE hat sich
in der Normalversion der Anzüge für eine Halsmanschette aus Neopren entschieden, eine gute Idee, wie wir meinen, der Tragekomfort ist einfach besser, der Halsabschluss
zudem thermisch besser ausgelegt. Wer will, kann natürlich auch eine Neoprenmanschette odern, dem steht nichts im Weg. Auf jeden Fall sind die Manschetten an den
Handgelenken aus hochwertigem Latex, in „Flaschenform“ vorgearbeitet. Damit ist der Weg geebnet ein Trockenhandschuhsystem, etwa das von WET & DRY
vertriebene „Checkup – System (www.wetunddry.de/produkte_checkup.htm) zu verwenden, das in drei unterschiedlichen Ausführungen angeboten wird. Fein dosierbare
Auslassventile am linken Oberarm sowie Einlassventile auf der Brust regulieren den Lufthaushalt im Anzug. Hinter dem Einlassventil ist innen eine Neoprenabdeckung
angebracht, so dass der kalte Strom der Tarierluft nicht direkt auf die Brust trifft, ein kleines Detail nur, doch im Gesamtzusammenhang eines wirksamen Kälteschutzes
nicht unwichtig. Eine große Tasche für alles mögliche Zubehör, von der Reservelampe bis zur Ersatzmaske, sitzt auf dem linken Oberschenkel. Und selbstredend sind
die besonders strapazierten Bereiche um das Knie mit Kevlarpads verstärkt.
TRILAM HD TECH DRY
Liest man die Produktbeschreibung, dann meint man
fast eine schusssichere Weste gekauft zu haben, „bullet proof“ als Qualitätsmerkmals des HD-Trilaminats bringt diese Gedanken auf den Weg. Tatsächlich werden bei
der Fertigung schusssicherer Westen Materialien, wie das im BARE Trockentauchanzug verwendete, eingesetzt. Doch bleiben Sie vorsichtig, die Materialstärke des Anzugs
reicht für das unbekümmerte Eingreifen in Kriegsschauplätzen denn doch nicht aus... Im Oberkörper wurde eine besonders flexible Polyester – Trilaminat –
Verbindung eingesetzt, der Unterkörper steckt in Trilaminat, dessen Eigenschaften dem von Cordura ähnlich sind. Die Materialkomponenten verhalten sich im Wasser
nahezu neutral, hier muss kein zusätzliches Blei eingerechnet werden. Die persönliche Tariergewichtsbilanz wird von der Passform und von der Stärke des Unterziehers
bestimmt. Da ein Trilaminatanzug kaum wärmeisolierend wirkt, muss man hier zu dickeren Unterziehern greifen, als bei Neoprenmodellen. Die „Hohe Kunst“ der
Nahtbearbeitung wird bei BARE besonders gepflegt. Die zugeschnittenen Anzugteile werden an den Rändern gefaltet, im Zweinadelverfahren genäht und geklebt. Auf der
Innenseite überdeckt ein spezielles Tape die Verbindungskanten.
XCD-2 TECH DRY
Wer sich eher mit einem Neoprenanzug anfreunden möchte, der
XCD-2 TECH DRY ist die entsprechende Variante für den Herrn. Mit auf 2 mm vorkomprimiertem Neopren mit einer Isolationswirkung, die mit 6 mm Materialstärke verglichen
werden kann, wartet der Anzug auf. Eine Innenbeschichtung aus BARE – Metalite reflektiert Körperwärme und so kann insgesamt ein Unterzieher dünner ausfallen als
bei Trilaminatanzügen. Das Neoprenmaterial ist sehr flexibel, insgesamt aber etwas schwerer als die Trilaminatvariante. Die NST - Technologie der Nahtverbindung ist
von BARE entwickelt worden. Ohne Nadelstiche, in einem aufwändigen Doppelklebeverfahren wird mit Spezialmaschinen aus den zugeschnittenen Einzelteilen ein Anzug
gefertigt, dessen ATR – System die Passform im Schritt noch deutlich erhöht. Zum Schutz der Außenhaut ist diese mit „Diamond – Tuff – Nylon“
kaschiert.
Praxis
Durch den Frontzipper ist das An-und Ausziehen auch ohne fremde Hilfe möglich. Die Neropren - Halsmanschette sitzt angenehm
und dürfte auch vielen Damen kein unangenehmes Druckgefühl am Hals bereiten. Die Bewegungsfreiheit im TRILAM erscheint materialbedingt etwas größer, allerdings ergibt
die weniger glatte Oberfläche einen etwas größeren Wasserwiderstand. Der Auftrieb ist in der Summe größer als beim Neoprenanzug XCD-„ TECH DRY, da der Unterzieher
dicker gewählt sein muss. Nach dem Tauchgang ist der TRILAM HD TECH DRY aufgrund der Materialbeschaffenheit der Außenhaut etwas schneller trocken als die mit Nylon
kaschierte Haut des Neoprenanzugs. Die Ventile arbeiten fein dosierbar, am mitgelieferten Inflatorschlauch gefällt die breit ausgeführte Kunststoffraste, die das
Greifen der Anschlusskupplung mit dicken Handschuhen oder klammen Fingern deutlich erleichtert. Guten Halt bieten die kräftig profilierten Stiefelsohlen, so hat man
auch zu Fuß ein gutes Gefühl. Auf jeden Fall sollte man sich die BARE – Kopfhaube als Extra gönnen, deren einmalige Passform, unterstützt durch einen eigenen
Reißverschluss am Hinterkopf, ihresgleichen sucht.
Fazit
Ob Trilaminat oder Neopren als Ausgangsmaterial eines Trockentauchanzugs, diese
Diskussion geht bei BARE in Leere. Beide Anzüge, der TRILAM HD TECH DRY und der XCD-2 TECH DRY erfüllen die höchsten Ansprüche, die man bezüglich Fertigungsqualität,
Materialwahl und Passform an einen Trockentauchanzug stellen kann. Über die gewährten Garantiezeiten ganz zu schweigen. Bei so viel Funktionalität bleibt allerdings
das Auge, das mehr als Schwarz und Silber unterscheiden kann, etwas auf der Strecke: „Hallo nach Malta – sind euch die Farben ausgegangen?“
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